Foto: KSB
Das Gemeindepraktikum ist ein verpflichtender Bestandteil des Theologiestudiums. Es dient dazu, über mehrere Wochen hinweg Einblicke in das Leben einer Kirchengemeinde und in den pfarramtlichen Berufsalltag zu gewinnen. Dabei steht — im Unterschied zum Vikariat — die teilnehmende Beobachtung im Vordergrund: Du lernst die Gemeinde aus der Perspektive des hauptamtlichen Dienstes kennen und kannst eigene Eindrücke sammeln, Fragen entwickeln und erste Erfahrungen in der Praxis reflektieren.
Zentral für den Ertrag des Praktikums ist die begleitende Reflexion: im Gespräch mit der Pfarrerperson vor Ort, im Austausch mit anderen Studierenden sowie im Praktikumsbericht.
Der Zeitpunkt des Gemeindepraktikums richtet sich nach den Vorgaben deiner Universität bzw. Fakultät. An manchen Studienorten ist das Praktikum im Grundstudium verankert, an anderen im Hauptstudium. Empfehlenswert ist es, das Praktikum in die Mitte des Studiums zu legen: Entweder an das Ende des Grund- oder den Anfang des Hauptstudiums. Außerdem ist es sinnvoll, zu dem Zeitpunkt bereits „sprachfrei“ zu sein (d.h. das Latinum, Graecum und Hebraicum absolviert zu haben). Sprachprüfungen oder intensive Prüfungsphasen lassen sich in der Regel nicht gut mit dem Gemeindepraktikum verbinden.
Für Studierende in Mainz und Frankfurt organisiert die KSB (in Zusammenarbeit mit den Fakultäten in Mainz und Frankfurt) das Gemeindepraktikum in der EKHN. Dazu gehören die Vermittlung der Praktikumsstellen, die Begutachtung der Praktikumsberichte sowie eine Einführungs- und eine Auswertungstagung.
Studierende anderer Fakultäten können ihr Gemeindepraktikum entweder am Studienort absolvieren oder sich von der KSB einen Praktikumsplatz in der EKHN vermitteln lassen. Je nach Fakultät gibt es auch eigene universitäre Einführungs- und Auswertungsveranstaltungen — alternativ ist aber auch für Studierende außerhalb von Mainz und Frankfurt eine Teilnahme an den Begleitveranstaltungen der KSB möglich.
Das Gemeindepraktikum kann unter bestimmten Voraussetzungen auch im Ausland absolviert werden. Mehr Infos dazu gibt es hier: Infoblatt Auslandspraktika.
Das Praktikum dauert in der Regel vier Wochen (plus eine Woche zur Abfassung des Praktikumsberichts) und findet in der vorlesungsfreien Zeit nach dem Wintersemester (Februar/März) statt.
Studierende an den Universitäten Mainz und Frankfurt nehmen am Gemeindepraktikum der KSB teil und bekommen ihre Praktikumsstellen von der KSB vermittelt.
Studierende an anderen Fakultäten können sich selbst einen Praktikumsplatz organisieren oder sich von der KSB eine Stelle in der EKHN vermitteln lassen.
Die Anmeldefrist ist für alle der 31.10. des Vorjahres.
Hier geht's zur Anmeldung.
Auf dem Anmeldeformular kannst du Wünsche bezüglich der Praktikumsgemeinde angeben — zum Beispiel im Hinblick auf die Region, die Größe des Ortes, die betreuenden Mentor*innen, die Arbeitsschwerpunkte und das Profil der Gemeinde.
Ein Praktikum in der eigenen Heimat- oder Nachbargemeinde ist nicht vorgesehen. Vielmehr soll das Praktikum dazu ermutigen, neue kirchliche Kontexte kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Dementsprechend ist es auch sinnvoll, sich eine Praktikumsgemeinde zu wünschen, die sich stark von der eigenen unterscheidet — sei es von der Größe des Ortes, dem Frömmigkeitsprofil, dem Schwerpunkt kirchlichen Handelns oder der geographischen Lage.
Auf Grundlage deiner Wünsche schlägt dir die KSB eine oder mehrere Gemeinden als Einsatzort vor. In der Regel werden diese Vorschläge gemeinsam mit Informationen zur Gemeinde und Kontaktdaten der Pfarrperson im November verschickt.
Nach dieser Vermittlung nimmst du Kontakt mit der Pfarrperson vor Ort auf und vereinbarst ein Kennenlernen. Im Anschluss melden beide Seiten der KSB zurück, ob sie sich die Zusammenarbeit vorstellen können. Das erste Kennenlernen und die darauffolgende Rückmeldung sollen zeitnah nach dem Vorschlag erfolgen, damit die KSB gegebenenfalls weitere Praktikumsstellen für dich suchen kann.
Während des Praktikums erhältst du vier Wochen lang Einblicke in unterschiedliche Bereiche gemeindlichen Lebens und pastoraler Arbeit. Im Idealfall wohnst du für die Dauer des Praktikums vor Ort und begleitest die betreuende Pfarrperson im Alltag. Wenn eine Unterbringung in der Praktikumsgemeinde erwünscht ist, kann das auf dem Anmeldeformular angemerkt werden und die KSB kann dementsprechend bei der Suche nach einer Unterkunft helfen.
Schwerpunktmäßig liegt der Fokus des Gemeindepraktikums auf der teilnehmenden Beobachtung. Neben der Teilnahme an Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen kannst du — nach Absprache — beispielsweise bei Kasualgesprächen dabei sein oder an Dienstbesprechungen und Kirchenvorstandssitzungen teilnehmen. Über das Beobachten hinaus kannst du dich nach Absprache aber auch ausprobieren und einzelne Aufgaben übernehmen: beispielsweise eine Andacht oder einen Teil einer Konfi-Einheit. Darüber hinaus ist es ausdrücklich erwünscht, auch andere mit dem Gemeindeleben verbundene Arbeitsfelder kennenzulernen, etwa im Gemeindebüro, in der Kita, der Kirchenmusik oder der Arbeit weiterer Hauptamtlicher.
Da die Reflexion der neuen Eindrücke und Erfahrungen für den Ertrag des Praktikums zentral ist, sollten regelmäßige Gespräche mit der Pfarrperson vor Ort ebenfalls Teil des Praktikums sein.
Der zeitliche Umfang des Gemeindepraktikums orientiert sich an einem Richtwert von ca. 120 Stunden — das sind ca. 30 Stunden pro Woche, die auch Vorbereitungs- und Reflexionszeiten inkludieren.
Dementsprechend wird nicht empfohlen, während des Praktikums einem Nebenjob nachzugehen.
Neben den Gesprächen mit der Pfarrperson vor Ort und dem Austausch mit anderen Studierenden bei der Praktikumsauswertung findet eine gebündelte Reflexion der neuen Eindrücke und Erfahrungen im Praktikumsbericht statt.
Die inhaltlichen und formalen Vorgaben für den Praktikumsbericht richten sich nach den Vorgaben der einzelnen Fakultäten.
Für Studierende in Mainz und Frankfurt und andere Studierende, die an der Einführungs- und Auswertungstagung der KSB teilnehmen, können hier Leitfäden und Beispiele für die Erstellung des Praktikumsberichts eingesehen werden. Für Studierende, die an der Auswertungstagung der KSB teilnehmen, gilt außerdem, dass der Praktikumsbericht meist in der Woche nach Praktikumsende fertiggestellt werden und zur Auswertungstagung mitgebracht werden soll.
Das geleistete Gemeindepraktikum (inklusive Praktikumsbericht sowie Einführungs- und Auswertungsveranstaltung) muss für die Ausstellung des entsprechenden Modulscheins bzw. die Anrechnung der Credit Points den Richtlinien deines Studienortes entsprechen.
Die EKHN hat keine darüber hinausgehenden Richtlinien für die Anerkennung von Gemeindepraktika formuliert.
Die Praktikumsgemeinde stellt dir am Ende eine Teilnahmebescheinigung aus, die du für die Anerkennung bei der Fakultät einreichst.
Auch für die Teilnahme an der Einführungs- und Auswertungstagung stellt die KSB eine Bescheinigung zur Vorlage beim Prüfungsamt der jeweiligen Fakultät aus.
Für alle Studierenden, die auf der Liste der Theologiestudierenden der EKHN eingetragen sind, gibt es nach Abschluss des Gemeindepraktikums einen Zuschuss zu Fahrt- und sonstigen Mehrkosten. Der Zuschuss beträgt 250€ für Studierende, die während des Praktikums zu Hause gewohnt haben, und 400€ für Studierende, die während der Zeit in der Gemeinde untergebracht waren. Den Antrag auf Auszahlung des Zuschusses findest du im Download-Bereich.
Die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung während der Einführungs- und Auswertungstagung der KSB werden übernommen.
Einige Studienordnungen ermöglichen über das verpflichtende Gemeindepraktikum hinaus die Anrechnung eines weiteren Praktikums in einem anderen (kirchlichen) Handlungsfeld. Die KSB berät dich hierzu gerne und unterstützt bei der Vermittlung.
Antrag auf Praktikumszuschuss
Informationen zu Gemeindepraktika im Ausland