Foto: KSB

Informationen zum Gemeindepraktikum in der EKHN

Für Mentor*innen

Vielen Dank, dass Sie bereit sind, eine Studentin oder einen Studenten im Gemeindepraktikum zu begleiten. Ihre Offenheit, Einblicke in den pfarramtlichen Alltag zu geben, hat große Bedeutung für die Berufsorientierung unserer zukünftigen Kolleg*innen.

Das Gemeindepraktikum ist ein verpflichtender Bestandteil des Theologiestudiums. Es ermöglicht den Studierenden, Gemeinde aus der Perspektive der Pfarrperson zu erleben, pastorale Rollen kennenzulernen und das eigene Bild vom Pfarrberuf an der Praxis zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Zeitpunkt und Dauer 

Das Praktikum dauert in der Regel vier Wochen (plus eine Woche zur Abfassung des Praktikumsberichts) und findet in der vorlesungsfreien Zeit nach dem Wintersemester (Februar/März) statt.

Das Vorgespräch

Nach Ihrer Zusage geben wir Ihre Kontaktdaten an die jeweilige Studentin/den jeweiligen Studenten weiter. Diese*r meldet sich zeitnah bei Ihnen, um ein erstes Treffen zu vereinbaren. Das Gespräch dient dem Kennenlernen und ersten Absprachen für die Praktikumszeit. Gerne können Sie die Studentin/den Studenten auch bitten, sich im Gemeindebrief oder sich der Gemeinde in anderer Form kurz vorzustellen. 

Im Anschluss erhalten wir bitte die Rückmeldung, ob beide Seiten sich eine Zusammenarbeit vorstellen können. Sollte das nicht der Fall sein, vermitteln wir neu. Damit dafür im Zweifelsfall ausreichend Zeit bleibt, sollte das Erstgespräch möglichst innerhalb von vier Wochen nach Vermittlung der Praktikumsstelle stattfinden. 

Ziel und Format des Praktikums

Im Unterschied zum Vikariat liegt der Schwerpunkt im Gemeindepraktikum auf teilnehmender Beobachtung. Die Studierenden sollen den pfarramtlichen Alltag möglichst umfassend wahrnehmen und reflektieren. Das Praktikum als Wahrnehmungsaufgabe umfasst nicht nur die Wahrnehmung der (Sozial-)Räume, Personen und Strukturen, sondern auch die Selbstwahrnehmung (Wie erlebe ich mich im Praktikum?), die sich mit der theologischen Deutung verschränkt (eigenes Amts- und Gemeindeverständnis, Theologie in der Praxis).
Gleichzeitig dürfen die Studierenden — wo es sinnvoll ist — erste eigene Erfahrungen sammeln, etwa durch eigene Beiträge in Gottesdiensten, in der Konfirmand*innenarbeit oder in anderen Zusammenhängen. Bitte bedenken Sie dabei, dass manche Studierende sich noch im Grundstudium befinden und ggf. keine homiletischen oder religionspädagogischen Vorkenntnisse haben. 

Das Praktikum dient dem Kennenlernen des Berufsfelds, nicht der Übernahme voller Verantwortung.

Ihre Rolle als Mentor*in

Entscheidend für den Lernerfolg im Gemeindepraktikum ist Ihre kontinuierliche Begleitung. Hilfreich sind regelmäßige Gespräche, in denen Eindrücke, Beobachtungen und Fragen gemeinsam reflektiert werden. Diese können im Anschluss an einzelne Termine oder gesammelt am Ende des Tages bzw. einer Woche stattfinden. 

Geben Sie wenn möglich Einblick in unterschiedliche Bereiche des Gemeindelebens. Dazu können z.B. gehören:

  • Gottesdienste und Andachten
  • Kasualien sowie Kasualgespräche
  • Religions- und Konfi-Unterricht
  • Gruppen und Kreise
  • Gremien und Verwaltungsarbeit
  • Begegnungen mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden

Auch Besuche im Gemeindebüro, in der Kita, in der Diakonie, bei den Küster*innen oder Kirchenmusiker*innen helfen dabei, die Vielfalt kirchlicher Arbeitsfelder und des Gemeindelebens wahrzunehmen. 

Bitte weisen Sie die Praktikant*innen darauf hin, dass sie zur Verschwiegenheit über alle persönlichen und vertraulichen Angelegenheiten verpflichtet sind.

Umfang des Praktikums

Der zeitliche Umfang des Gemeindepraktikums orientiert sich an einem Richtwert von ca. 120 Stunden — das sind ca. 30 Stunden pro Woche, die auch Vorbereitungs- und Reflexionszeiten inkludieren. Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende gehören in der Regel dazu. Die Woche nach dem Praktikum dient einem Feedbackgespräch mit Ihnen sowie der Erstellung des Praktikumsberichts.

Im Krankheitsfall verlängert sich das Praktikum entsprechend, wenn mehr als sechs Werktage betroffen sind.

Schlussfeedback

Am Ende des Praktikums bitten wir Sie um ein gegenseitiges mündliches Feeback. Dieses kann beispielsweise umfassen:

  • Ein Fazit über die Zusammenarbeit (Wie haben Sie beide sich auf die Praktikumssituation eingelassen? Wie haben Sie Ihre Rollen als Praktikant*in und Mentor*in gefüllt? Wie gestaltete die Zusammenarbeit? Wie lief der Umgang mit Vereinbarungen, mit Zeit- und Selbstmanagement?)
  • Einen Rückblick auf vorherige Wünsche und Erwartungen (Was haben Sie sich im Vorfeld vom Praktikum gewünscht oder erwartet? Was waren eventuell Befürchtungen? Haben sich die Wünsche, Erwartungen und Befürchtungen erfüllt? Was war gelungen am Praktikum? Hat Ihnen etwas gefehlt?)
  • Eine gegenseitige Einschätzung von Kommunikations- und Kritikfähigkeit (Nehmen Sie ein stimmiges Nähe-und-Distanz-Verhältnis wahr? Wie gestaltet sich der Kontakt zu unterschiedlichen Menschen? Wie verlief der Umgang mit eigenen und fremden Meinungen sowie mit Selbst- und Fremdwahrnehmung?)
  • Eine gegenseitige wertschätzende Einschätzung von praktischen Stärken und theologischen Fertigkeiten sowie der Sprachfähigkeit im eigenen Glauben und der eigenen Spiritualität 

Als Mentor*in würdigen Sie den Lernweg der Studierenden. Wenn Sie Zweifel an der persönlichen Eignung der Praktikantin/des Praktikanten für den Pfarrberuf haben, sprechen Sie diese bitte wertschätzend und konstruktiv in einem geschützten Rahmen an. 

Nach Abschluss des Praktikums bitten wir Sie, der Praktikantin/dem Praktikanten eine Teilnahmebescheinigung auszustellen. Das entsprechende Formular erhalten die Studierenden von uns. 

Kontakt

Sollten Fragen oder Schwierigkeiten auftreten, wenden Sie sich gerne an das Team der KSB. Wir unterstützen Sie und die Praktikant*innen jederzeit.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Praktikant*innen eine bereichernde und gute gemeinsame Zeit.


Es grüßen Sie vielmals,

Pfrin. Dr. Simone ManteiPfr. Dr. Jürgen Lehwalder
0160/906572910151/22897000

Links

Infoblatt zum Gemeindepraktikum in der EKHN für Mentor*innen zum Download 

Download

PDF Informationen zum Gemeindepraktikum in der EKHN für Mentor*innen